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Herzlich
Willkommen zum Erkundungsbericht von
ProTrain 12 Karlsruhe - Basel

(ICE 3 Doppelverband bei der Durchfahrt
im Bahnhof Ötigheim am 21.07.06)
Wie
alles begann...
Nach
der Erkundung von Frankfurt - Nürnberg im Herbst 2004 und der
mittlerweile schon legendären Foto-Tournee zwischen Berlin und
Rostock an der ich im Februar 2005 außerplanmäßig
teilnehmen konnte, wurde es im Hinblick auf Erkundungen etwas ruhiger.
PT10 Aachen - Köln wurde mehr im Rahmen eines Besuches bei Rolf
recherchiert und der Kurztrip nach Leipzig im Oktober 2005 war eigentlich
keine richtige Erkundung.
Richtiges Erkundungsfeeling kam erst wieder am März 2006 auf,
als ich zum ersten mal seit Jahren wieder in meine alte Heimat fuhr
um dort die Strecke Karlsruhe - Basel unter die Lupe zu nehmen. Am
9. Juni war ich wieder vor Ort um diverse AVG- und OSB-Fahrzeuge,
sowie die gute BR 181 abzulichten. Und welch Glück! Als ich in
Karlsruhe ausstieg stand dort tatsächlich die Lorraine (von der
ich insgeheim gehofft hatte sie vor die Linse zu bekommen) auf ihrem
Wartegleis. Ansonsten war diese zweite Tour aber mehr eine Gelegenheit
um mit alten Schulkameraden aus meiner 80er-Jahre-Zeit im Rastatter
Hopfenschlingel die Eröffnung der auf uns zukommenden grandiosen
Fussball-WM zu feiern...
Die "große" Foto-Tour für die 3D-Objekte erwartete
mich im Juli 2006!
Und von dieser möchte ich nun ein wenig Plaudern...
Ich möchte noch anfügen, dass einige Anmerkungen und Kommentare
in diesem Bericht meine persönliche Meinung darstellen und nicht
als allgemein gültige Aussage gesehen werden sollen!
Mittwoch,
19.07.
Goch,
Bahnhof, 8 Uhr, der Wind säuselt...
An
diesem herrlich lauen Sommermorgen stand ich auf dem Gocher Bahnhof
um mich auf den Weg nach Horrem zu machen, wo ich mich mit Oliver
Henn (einem unserer Objektbauer) treffen würde. Der Wind strich
sanft über das Bahnhofsgelände, die Sonne blinzelte hinter
vereinzelten Wölkchen hervor, die Schmetterlinge tanzten im Duett
über den Schienen und zahlreiche Tauben hatten sich in trautem
Geturtel versammelt um den Gocher Bahnhof weiter vollzuk....n... Mit
anderen Worten: Kaiserwetter war angesagt... Franz sollte Recht behalten:
"Schaun wer moi...!"
Gute zwei Stunden später erreichte ich Horrem und traf, ohne
warten zu müssen direkt auf Olli der bis dahin die Gelegenheit
zu einem Sonnenbad genutzt
hatte.
Tjaaaaa... Dann gingen wir zum Wagen den Olli in Aachen gemietet hatte,
einem schicken neuen 2-Liter-Golf mit ordentlich PS unter der Haube.
Der Wagen hatte nur ein winziges Häkchen: Er war so richtig dunkel-runkel-rabenschwarz,
ideal für eine Kaiserwetter-Erkundungstour bei der man hunderte
von Kilometern im Auto sitzt... Immerhin, der Wagen besaß eine
Klimaanlage die auch so ihre Vor- und Nachteile hatte.
Olli war von dem Wagen so begeistert, daß er sich bei der Ortsausfahrt
von Horrem erst einmal vom Paßbildautomat an der Straße
ablichten lies und, als ob dies noch nicht Spaß genug gemacht
hätte, drehten wir noch eine Ehrenrunde über die falsche
Autobahnabfahrt in Richtung Neuss, ehe wir dann ganz gemaaach nach
Süden umschwenkten und Briketts gaben.
Trotz der kleinen Extratour kamen wir zügig voran und genehmigten
uns am Aussichtspunkt Moseltal eine kurze Auszeit. Dort machten wir
auch die Bekanntschaft einiger sächsischer Touristen ("Öööh!
Gugg moooh! Dös Mooseldaal. Wundrschöööön!
Wirklisch Wundrschööön!"), ehe wir unseren Weg
fortsetzen. Auf der Raststätte Baden-Baden (in meiner Jugendzeit
Schauplatz so mancher Discotheken-Absacker) genehmigten wir uns nochmal
eine Pause um dann bis Basel durchzufahren.
Das
erste Highlight des Tages war der Grenzübertritt bei Weil!
Man stelle sich vor: Schwarzer Golf mit Hamburger Kennzeichen, 2 Herren
mit schwarzen Sonnenbrillen, sozusagen die deutsche Antwort auf Sony
Pockett und Corega Tabbs; dazu eine Grenzabfertigung und ein dienstbeflissener
schweizer Grenzbeamte. Olli und ich sahen uns nur kurz an und wußten
was kommen würde... Wir wurden rausgewunken...
Sorry wenn ich jetzt ein Klischee aufwärme, aber zumindest in
unserem Fall wurde dies bestätigt:"Chaaaaaben Sieeee iiiiirgändwellllche
zollllbflichtiken Waaaaren dabeiii? Iiiihre Bapiere bitte! Bittte
öffneeeen Sie maaaaal den Gofferraaaaum.!"
Naja! Uns ist nichts weiter passiert und wir erreichten kurz darauf
den Badischen Bahnhof wo wir den schwarzen Golf auf dem obersten Deck
des großen Parkhauses abstellten. Zum Einen um einen guten Überblick
zu haben, zum Anderen aber auch um die Karre mal so richtig aufzuheizen.
Nur fiel uns erst später ein, dass wir keine Eier mitgenommen
hatten um sie auf der Kühlerhaube zu braten!
Odda
Wodda Hamma Viel Viel Afrika!
Hier
bekamen wir das erste Mal so eine Art Vorahnung was uns in den nächsten
Tagen erwarten würde!
Die Hitze überreichte ihre Visitenkarte...

(Auf dem oberen Deck das Parkhauses, mit Blick in Richtung Rhein)
Nachdem wir den Badischen Bahnhof von mehreren Punkten aus begutachtet
und fotografiert hatten, war uns klar auf Was wir in den kommenden
Tagen würden Rücksicht nehmen müssen: Unseren Flüssigkeitshaushalt!
Also... Erster Tankstop in einem Bistro des Bahnhofs...

(Das imposante Eingangsportal des Badischen Bahnhofs Basel)
Schweren Herzens verließen wir das einigermaßen gut gekühlte
Bistro um unsere Tour fortzusetzen. Bei Weil gelangten wir, von Grenzern
unangefochten wieder auf deutsches Gebiet und knöpften uns die
Bahnhöfe von Weil und Haltingen vor. In Eimeldingen, keine Zwei
Stunden nach unserem "Tankstop" im Bistro mußten wir
schon wieder nachfüllen! Ein Königreich für einen Kiosk
und einen großen Dank an all die Leute die bei diesen Temperaturen
im Imbißwagen standen und nebenher noch Bratwürste bruzzelten
und Erfrischungsgetränke feilboten.

(Eines der wichtigsten Gebäude am Bahnhof Eimeldingen)
So wichtig und angenehm die Wasseraufnahme auch war, nur irgendwie
musste die Flüssigkeit auch wieder aus dem Körper heraus.
Bei diesem Wetter geschah das aber nicht über die "untere
Möglichkeit". Nicht im Geringsten! Alles was man in sich
reingeschüttet hat, kam am ganzen Körper wieder zum Vorschein.
Lulu-Machen, oder eine Stange Apfelsaft abseilen war gar nicht notwendig.
Schwitzen und Ölen hieß die Devise! Und damit man die ganze
Nässe nicht im Autositz zurückläßt, mußte
man sich bei jeder Gelegenheit erstmal ausdampfen lassen:

(Meine Wenigkeit beim Ausdampfen in Efringen-Kirchen)
So ging das in einer Tour:
Fahren, Aussteigen, Ausdampfen, Bahnhof sondieren, Fotografieren,
Über die Hitze fluchen, In den Backofen namens Golf einsteigen,
Fahren...
Wir gelangten so über Istein, Kleinkems, Rheinweiler, Bad Bellingen,
Schliengen und Auggen in den Bannkreis von Müllheim.

(Die Kirche von Bad Bellingen im frühen Abendlicht)

(Der Bahnhof von Auggen vor abendlicher Weinberg-Kulisse)
Von meiner ersten Tour im März hab ich noch zwei Schnappschüsse
aus Schliengen... Ach war das angenehm kühl damals!!!

(Menschen, Tiere, Sensationen! Teil 1)

(Menschen, Tiere, Sensationen! Teil 2)
Nach dem Stop in Auggen entschlossen wir uns, Feierabend zu machen.
Olli war vom Fahren her Fix und Foxi und beide wollten wir nur noch
Eines:
Unsere Zimmer beziehen, Duschen und die Füße hochlegen.
Wir quartierten uns bei Müllheim in einem Landhotel mit Weingut-Ambiente
ein und nahmen, entgegen aller Vernunft das angebotene Begrüßungs-Achtele
Badischen Weines dankend an. Hauptsache Flüssigkeit!
Die Zimmer waren groß, sauber und gut ausgestattet! Das Duschen
eine unglaubliche Wohltat...
Bei zunehmend angenehmer werdenden Temperaturen ließen wir den
Tag im Hof des Hotels bei gemütlicher Biergarten-Athmosphäre
ausklingen.
Donnerstag
20.07.
Müllheim,
7 Uhr, der Tag erwacht...
...zumindest
für uns. In meinem Zimmer weht ein sanfter Luftzug durch die
geöffnete Balkontür. Aufstehen, Frisch machen, Frühstücken...
Olli traf ich schon reisefertig im Biergarten des Hotels. Ich mußte
hingegen erst noch vollends "hochfahren" und richtig wach
werden.
Olli zeigte vollstes Verständnis und ließ mir die Zeit
dazu, ehe wir aufbrachen und zuerst die wichtigsten Besorgungen des
Tages in Angriff nahmen:
Unser rollender Backofen forderte seine erste Tankfüllung und
wir Beide wollten noch unsere Flüssigkeitsreserven für die
Weiterfahrt aufstocken.
Unser erster Bahnhof für diesen Tag war Müllheim...

(Eingang des Müllheimer Bahnhofs, bei noch humanen Temperaturverhältnissen)
Gespannt erwartete ich den erneuten Besuch des Haltepunkts Buggingen.
Nicht daß Buggingen irgendwie spektakulär gewesen wäre,
aber bei meinem ersten Besuch konnte ich dort zwei Reisende beobachten
die völlig ungeniert die Abkürzung über die Schienen
benutzten anstatt die ein paar Meter weiter gelegene Unterführung.

(Buggingen, ein potentieller Gefahrenpunkt)
Und auch diesmal galt das Gesetz der Serie. Wieder konnte ich einen
Fahrgast beim Überschreiten der Gleise beobachten. Meinen gutgemeinten
Hinweis dass er mit seinem Leben spiele, quittierte der Sünder
mit einem "Kann ja nix passieren! Kommt doch kein Zug"...
Naaaaaja! Ein paar Kamera-Atrappen würden da vielleicht abschrecken!
Aber es gab auch Erfreulichere Dinge zu sehen:

(Ein herrliches Schwarzwald-Panorama im Morgendunst)
In Bad Krozingen sahen wir uns dann schon wieder mit banaleren Bedürfnissen
konfrontiert:

(Die Bäckerei im Bahnhof Bad Krozingen)
Nein! Wir hatten nicht vor ein zweites Frühstück einzunehmen.
So ein richtig ofenwarmes Brötchen, oder Hefegebäck kommt
Morgens um 10 bei lumpigen 30 Grad im Schatten nicht wirklich gut
an. Wichtig war der Backshop nur weil er uns ermöglichte die
schon wieder lauwarm gewordenen Wasservorräte zu erneuern. Spätestens
seit diesem Morgen hasse ich schwarze Golfs als Erkundungsfahrzeuge!
Aber es nützt ja alles Nix... Es muss weitergehen!
Und es ging weiter, mitunter recht zügig, so daß wir am
späten Vormittag schon den Großraum Freiburg erreichten.
Während wir in den größeren Städten auf die Unterstützung
von Chantal, der netten Stimme aus dem Navigantionsgerät setzten,
nutzten wir in den ländlicheren Gebieten die Ortskenntnisse meiner
ersten Erkundung im März und die mitgeführten Ausdrucke
TOP-Kartenausdrucke. Diese waren auch des Öfteren überaus
hilfreich, z.B. wenn sich Chantal eine spontane Amnesie zugezogen
hatte und uns überall hin, nur nicht zum nächsten Bahnhof
führen wollte.

(Freiburg St.Georgen; hier steppt nur der Graffiti-Bär)
Das Highlight des zweiten Tages war zweifellos Freiburg, welches wir
gegen Mittag bei noch erträglichen Temperaturen erreichten.
Das Highlight war aber nicht so sehr das Bahnhofsumfeld welches wir
begutachteten. In dieser Hinsicht empfinde ich den Bereich um den
Hbf und diesen selbst als einen architektonischen Griff ins berühmte
Klo.

(Museum, Kongreßzentrum, Konzerthaus, Hotel? Nichts davon paßt
richtig zu diesem Klotz)

(Intercity-Hotel, als Teil des Freiburger Hbf)
Zum Glück hat Freiburg wesentlich mehr zu bieten als den Bahnhof
und ist in jedem Fall eine Reise wert; und wenn man (im Gegensatz
zu Olli und Mir) nicht gezwungen ist sich mit eisenbahntechnischen
Belangen beschäftigen zu müssen; dann kann man aus Freiburg
mit Sicherheit bleibende Erfahrungen und Erlebnisse mit nach Hause
nehmen...
Damit leider auch die Graffiti-Sprüherei die auch vor der idyllischen
Schwarzwaldkulisse keinen Halt macht:

(Graffitis im Haltepunkt Freiburg-Herdern)
In Denzlingen war der Bahnhof weitestgehend von Schmierereien verschont
geblieben.

(Eurocity bei der Durchfahrt in Denzlingen)
Dort gab es aber auch was Anderes als Eisenbahn zu sehen:

(Menschen, Tiere, Sensationen! Teil 3)
Mit guten Gewissen, uns um den Kindersegen in Denzlingen keine Sorgen
machen zu müssen, ging unsere Reise weiter.
Auf einen Kurztrip ins Glottertal zur Schwarzwaldklinik wollte sich
Olli leider nicht einlassen!
Wiiiiiiie gerne hätte ich die Wirkungsstätte des berühmten
Chirurgen Dr. Brinkmann einmal in Natura gesehen! Schmunzel...Naja
ein andermal!
In Emmendingen mühten wir uns wieder mit der Hitze ab, einen
Kiosk mit Getränken gabs zum Glück auch.

(Zum Glück gabs im Bahnhofsbereich einige schattige Ecken: Olli
bei einer schöpferischen Pause)
Bei Riegel verließen wir die Breisgauer Bucht und wandten uns
nach Norden in Richtung Offenburg. Dabei kam uns auch manch schmuckes
Häuschen vor die Linse:

("Schwarzwald-Hüsle" in Ringsheim)
Je weiter wir nach Norden kamen, desto öfter warfen wir einen
sehnsüchtigen Blick auf die am Himmel aufquellenden Wolken. Doch
das Hoffen auf ein Gewitter und einen kühlenden Platzregen blieb
unerfüllt, auch als wir Lahr erreichten.

(Das alte Bahnhofsgebäude von Lahr)
Was mir auch in Zukunft ein Rätsel bleiben würde, war das
Schema nach dem man die Gleise dieses Bahnhofs numeriert hatte: 5-2-1-3!
Nunja... Die Pyramiden von Gizeh sind bis heute auch nocht nicht vollends
enträtselt!
In der Affenhitze des Nachmittags erreichten wir Offenburg. Wir hatten
zwar überlegt schon Feierabend zu machen, 25 Bahnhöfe waren
fürwahr ein enormes Tagespensum; aber Olli wollte den einen "Grossen"
noch mitnehmen. Und um Abends keine Bilder mehr sortieren zu müssen,
splitteten wir uns. Olli fotografierte den Bahnhof, während ich
vor einem Bistro und bei einem riesigen Mineralwasser, die Bilder
auf unseren "Läpptopp" kopierte und in die einzelnen
Bahnhofsordner sortierte.

(Bahnhof Offenburg von der Stadtseite aus gesehen)

(Service für Radfahrer: Das Veloziped-Parkhaus im Offenburger
Bahnhof.
Ich weiß nun nicht genau ob Olli irgendwo an einer Kabadose
genippt hatte, oder ob ihm das Mineralwasser im Bistro noch einen
Leistungsschub gegeben hatte, aber er wollte tatsächlich noch
weitermachen. Mir wars egal und so nahmen wir uns noch das Offenburger
Betriebswerk (oder das was noch davon übrig ist) vor und schlugen
streckenmäßig einen kleinen Haken nach Kehl an die französische
Grenze.

(Überreste der ehemaligen Zollabfertigung in Kehl)

(Walfisch-Triebwagen der SNCF)
Insgesamt fand ich die Gestaltung des Bahnhofsbereiches in Kehl recht
interessant. Auffällig waren die vermehrt dort angesiedelten
Banken. War das ein Überrest aus der Zeit als die Grenze noch
existierte? Oder dienten die ganzen Banken zu Reinigungszwecken?
Wie dem auch sei! Olli konnte mich nur mit Mühe davon abhalten
schnurstracks durch die Wasserfontänen vor dem Kehler Bahnhof
zu marschieren. Die Hitze war, selbst jetzt um 19 Uhr kaum noch auszuhalten.
Trotzdem beschlossen wir, den Kehler Streckenast noch am heutigen
Tag abzuhaken.
Ach übrigens!
Im Angedenken
an den "Hösbach-Mythos" der PT7-Erkundung stieß
ich in Kehl auf ein ähnlich gastronomisches Kleinod, wie es damals
das Hotel in Hösbach für Rolf und mich gewesen war: Das
Haus Astoria zu Kehl! Man beachte den Eingang zum Etablissement der
"Astoria Bar"! Nähere Recherchen zum dortigen Innenleben
haben wir allerdings unterlassen!

(Frage: Wo befinden sich die Insassen des Reisebusses?)
In der Ortschaft Kork, dem vorletzten Bahnhof den wir uns vorgenommen
hatten, entdeckten wir einen schnuckligen Landgasthof der Marke "Mampfen
was das Zeug hält" und merkten uns diesen zum Übernachten
vor. Einen Entschluss den wir im Nachhinein anders gefällt hätten.
Doch zuerst absolvierten wir noch die Bahnhöfe von Kork und Legelshurst.

(Sieht verlassen aus, ist es aber nicht: Kork)
Als ich das Bahnhofsgebäude von Kork fotografierte, wurde ich
von einem dort wohnenden Mitbürger mir unbekannter Herkunft mit
gebrochenem Deutsch angepöbelt und aufgefordert zu verschwinden;
"sonst würde Ärger geben".
Als dann aber Olli von seiner Wenderunde (mit schwarzer Sonnenbrille,
Schwarzer Golf mit HH-Kennzeichen) zurückkam und mir zuhupte,
verschwand der etwas unangemehme Zeitgenosse auffällig schnell!
Seltsam... Warum nur?
Und dann quartierten wir uns im Gasthof ein!
Bei diesem handelte es sich um ein gut geführtes, familiäres
Hotel und Speiselokal dessen Fachwerkbau und uriger Hof ein absolut
gemütliches Ambiente schuf. Ein Teil der Zimmer war um diesen
dreistöckigen Innenhof herum angelegt. Und das sollte unser Verhängnis
werden. Zumindest bei diesen Aussentemperaturen und Windverhältnissen.
Vorneweg, das Essen war deftig, das Lokal urig super, die Bedienung
freundlich und schnell, die Zimmer klein aber gemütlich und sauber.
Im Prinzip ein richtiger Geheimtipp...
Das Manko aber war, dass die Zimmer zum Innenhof wegen ihrer Lage
ziemlich wenig Wind (sofern er denn überhaupt ging) abbekamen,
und mein Zimmer speziell in eine Ecke gequetscht lag und nurmehr eine
Futterluke, anstatt ein richtiges Fenster zum Hof hatte. Ergo war
die Luftzirkulation im Zimmer praktisch Null, die Temperatur in der
Nacht bei ca. 30 Grad und die Luftfeuchtigkeit knapp bei 99%. An Schlaf
war nicht zu denken...
Zumal ein anderer Hotelgast auch noch seine Sägekenntisse am
Fachwerk des Gebäudes auszutoben schien.
Aber auch dies mußte man einfach mal erlebt hatten.
Freitag
21.07.
Hurra
wir leben noch...
Olli
schien die Nacht gut überstanden zu haben, besser jedenfalls
als ich, der verkatert wie nach einem Saufgelage an diesem Freitag
den Schankraum des Gasthofs betrat. Der Kaffee bracht mich schnell
wieder auf Touren und wir konnten frisch, fromm, fröhlich und
frei unsere Tour fortsetzen.
Für mich kamen immer mehr und mehr Erinnerungen hoch, denn seit
meiner Kindheit war ich, als Kneckes noch im Gefolge von Omis und
Opis, recht oft auf dem nördlichen Teil der Rheintal-Strecke
unterwegs.
Der erste Bahnhof des Tages war Appenweier, ein Ort der in der Eisenbahngeschichte
streckentechnisch drei verschiedene Bahnhöfe hatte. Einen aus
der Anfangszeit der Rheintalbahn, den zweiten mit seinem nüchternen
50er-Jahre-Einheitsbau, und den seit der Neubaustrecke in Betrieb
befindlichen neuen "Bahnhof" mit einem simplen zugigen Stahlpavillon.

(Das alte EG von Appenweier, im Hintergrund das Stellwerk)
In dieser Gaststätte, die trotz aufgegebener Räumlichkeiten
noch den muffigen, verqualmten Charme einer richtigen Bahnhofskneipe
ausstrahlte, trank ich als kleiner Junge immer meine Bluna, wenn Oma
beim Kurbesuch des Opas in Bad Griesbach, hier einen Zwischenhalt
einlegen mußte.
Am Bühler Bahnhof gab es dann diesen Schnappschuss zu sehen:

(Auf den ersten Blick eine interessante Werbung für ein China-Thai-Wok-Schnellrestaurant)
Über die neuen AVG-Haltepunkte bei Steinbach und Sinzheim gelangten
wir nach Baden-Baden wo ich für geraume Zeit gelebt habe. Für
mich auch ein Bahnhof mit Vergangenheit, dessen mondänes Erscheinungsbild
durch die Verunstaltung mit Schallschutzwänden faktisch verlorengegangen
ist.

(Das sah Alles mal wesentlich freundlicher aus)
Vor ziemlich genau 20 Jahren bin ich von hier aus regelmäßig
zur Schule aufgebrochen...
Und hier in Rastatt, meiner Heimatstadt ausgestiegen:

(Bahnhof Rastatt)
Hier wurde im Prinzip auch der Grundstein für meine Beiträge
zu den ProTrain-AddOns gelegt. Rastatt war seit meiner Kindheit der
Ausgangspunkt für Zugexkursionen in den ganzen Schwarzwald. Anfangs
noch in Begleitung meiner Großeltern, später dann als Teenager
auf eigene Faust. Hier entstand nach und nach mein Interesse an der
Eisenbahn, und somit ein stückweit auch PT7, 10, 12 und 15...
Bei meiner Tour im März genehmigte ich mir auch einen Abstecher
zu meiner ehemaligen Schule auf der ich die kaufmännische Mittlere
Reife gemacht und die Schulbank des Wirtschaftsgymmis gedrückt
hatte...

(Das Gebäude der Handelslehranstalt in Rastatt)
Bei Rastatt teilt sich die Strecke bekanntlich in einen Zweig über
Durmersheim und einen über Ettlingen-West. Wir knöpften
uns den Durmersheimer Teil zuerst vor.

(ICE bei der Duchrfahrt in Durmersheim)

(Kaum zu glauben, das hier mal der Ausgangspunkt einer Marokko-Reise
war)

(Einfahrt einer AVG-Stadtbahn in den Bahnhof von Forchheim)
Während Olli hier seine Bilder knipste, streunte ich um das Bahnhofsgebäude
herum und entdeckte ein funktionierendes Thermometer!
Am 21.07.06 zeigte dieses, um 11:46 Uhr, in der Sonne: 47 Grad!!!
Afrikanische Verhältnisse am Oberrhein!
Von Forchheim aus erreichten wir um die Mittagszeit Karlsruhe. Langsam
aber sicher kam das Ende in der Hitze(tor)tour in Sicht.
In Karlsruhe fanden wir einen schattigen Parkplatz in direkter Nähe
des Bahnhofs und einer Hotel-Lounge.
Dort machten wir eine Pause um, wie sollte es auch anders sein...
Wasser nachzutanken. Außerdem war hier ein Treffen mit Thomas
einem User aus dem Forum vereinbart. Dieses Treffen klappte auch,
wir machten eine nette Bekanntschaft mit Thomas und plauderten zwischen
Bilder-Kopieren, Wasser Tanken und Kamera checken aus dem Nähkästchen.
Leider mussten wir auch immer einen Blick auf die Uhr werfen, denn
wir hatten keine Lust die restlichen Bahnhöfe in der prallstenen
Nachmittagshitze absolvieren zu müssen. Denn dann würde
die 50-Grad Marke mit Sicherheit geknackt werden.
Daher war der Plausch mit Thomas nicht so ausführlich wie wir
ihn gerne gehabt hätten. Aber Thomas begleitete uns noch ein
Stück weit durch den Karlsruher Hauptbahnhof und gab uns noch
einige Tips und Hinweise an die Hand.
(BR181 "Luxembourg" auf dem Wartegleis in Karlsruhe Hbf)
Wir verabschiedeten uns anschließend von Thomas und brachen
auf nach Ettlingen.
Ettlingen-West ist als Bahnhof an sich keine Besonderheit. Was ihn
jedoch für Eisenbahnfreunde interessant macht sind die hier bisweilen
abgestellten Loks und Wagen der Eisenbahnfreunde Zollernbahn. e.V.
Bei meiner Tour im März hatte ich Gelegenheit einen richtigen
170-Tonnen- Stahl-Koloß auf die Speicherkarte bannen zu können:

(BR 44 1616, im Dornröschenschlaf)
In Malsch, dem vorletzten Bahnhof, wurden wir mal wieder in aller
Eindrücklichkeit der grundlegendsten menschlichen Bedürfnisse
bewußt:

(ohne Worte)
Aber! Noch waren wir nicht soweit! Außerdem hatte ich für
Olli noch was Besonderes in Petto!
Es gab in Malsch auch noch eine sehenswerte Kleinigkeit am Rande:

(Menschen, Tiere, Sensationen! Teil 4)
Dieses Bild entstand im März, und das Knäuel kleiner Piephälse
im hier verborgenen Nest, dürfte zwischenzeitlich flügge
geworden sein.
Und dann! Um 15:35 Uhr, bei schätzungsweise 50 Grad in der Sonne
war es geschafft: Muggensturm war abgelichtet!

(Das EG Muggensturm)
Schweißtriefend gaben wir uns den obligatorischen "Gib
mir 5!"-Abklatscher. Die Kamera wurde ausgeschaltet, das Objektiv
verschlossen und das gute Stück in seinen wohlverdienten Kamerakoffer
gebettet.
Olli und ich wandelten nun auf historischen Pfaden im rollenden Backofen
gen Rastatt, wo wir uns, keine 50 Meter von einem Haus entfernt in
dem ich mal gewohnt hatte, in ein ehemaliges Romantik-Hotel einquartierten.
Und die Krönung des Ganzen... Die Zimmer hatten Klimaaaaaaaaaaaaaa-Anlaaaaaaaaage!
Heureka!
Einem gemütlichen Ausklang der Tour stand Nichts mehr im Wege!
Nach einer ausgiebigen Dusche, und körperlichen Regeneration
machten wir uns gemächlichen Schrittes auf zum Brauhaus Hopfenschlingel,
einem gastronomischen Geheimtip für
alle Nicht-Rastatter. Auf dieses urige Brauhaus mit Biergarten hatte
mich beim Märzbesuch Christoph, ein ehemaliger Schulfreund gebracht,
den Olli und ich an diesem Abend auch als Gast erwarteten.
Bei hausgebrautem, naturtrübem Hopfenschlingel-Bier, Flammekuchen
und Maultaschen-Gerichten ließen wir dann zu dritt den Abend
und damit die Erkundungstour, in wohliger, bierseliger Athmosphäre
ausklingen.
Samstag
22.07.
Ein
Königreich für eine Klimaanlage...
Normalerweise
bin ich kein Freund von Klimaanlagen, kann man sich doch bei falscher
Benutzung durchaus eine üble Erkältung holen. So hatte ich
die in meinem Zimmer "nur" auf 28 Grad justiert. Das war
mehr als genug! Am liebsten hätte ich den Schlaf der Korker Nacht
noch nachgeholt, so angenehm war es im Zimmer. Doch die Rückfahrt
stand an...
Auf dem Weg zum Frühstück vernahm ich ein gedämpftes
Husten. Olli hatte wohl bei der Einstellung der Klimaanlage eine etwas
härtere Gangart vorgelegt und sich einen kleinen Husten eingefangen.
Aber wir waren rundum zufrieden und trotz der vorgerückten Stunde
zu der wir ins Bett gekommen waren und der ganzen leckeren Biere im
Hopfenschlingel, hatten wir keinen Kater und sonstige Beschwerden
und konnten uns getrost und in aller Ruhe auf den Heimweg machen.
Wie auf der Anreise, lief auch auf der Rückfahrt hervorragend,
keine Staus, keine Wohnwagenkolonnen, keine Drängler! Eine rundum
gemütliche und zügige Rückfahrt, auf der ich sogar
noch die Muße fand die restlichen Bilder auf dem Notebook zu
sortieren.
Beim symbolischen letzten Stop, wieder auf dem Aussichtspunkt Moseltal,
trafen wir sogar wieder auf die sächsischen Landleute, deren
Meinung sich zwischenzeitlich nicht geändert hatte: "Aaaah!
Dös Mooseldaal. Gonz töll! Herrlisch! Eenfoch Herrlisch!"
Für Olli und mich hieß es in Horrem: Abschied nehmen! Auf
mich wartete die SBahn nach Köln, auf Olli die Rückfahrt
nach Aachen!
Bahnmäßig hatte ich auch Glück und erreichte die Anschlüsse
in Köln, aber vor allem Düsseldorf pünktlich, so daß
ich gegen 17 Uhr wieder zu Hause eintrudelte. Um 18 Uhr saß
ich geduscht und mit Kaffee vor dem Rechner...
Mal sehen was es in den Foren so Neues gibt...
Es
grüßen:
Oliver
Henn und Gary Pregger...
Zum
Schluss die üblichen "technische Daten" zur Erkundung:
Dauer der Erkundung: 4 Tage
Witterung bei der Erkundung: Kein Kommentar... Grmpf...
Erkundungsfahrzeug:
Golf GTI 2,0 Ltr (Schwarz)... Grmpf...
Anzahl der Erkundungs-Kilometer: ca 1300
Anzahl benutzter "Paßbildautomaten": 1
Anzahl der Bahnhöfe: 59
Anzahl
Fotos: ca. 3400
Datenmenge: ca. 5.5 GB
Schlafdauer im Korker Hotel: ca. 0,75 Stunden
Mineralwasserverbrauch (kumuliert, 4 Tage, 2 Personen): 33 Liter
Und abschließend Viele Grüße vom gesamten BlueSky Team...
Wir sind
mit Sicherheit demnächst auch in Ihrer Nähe! |